Silbermöwe  -  Cafè - Lounge & Strandkabarett
Deine Auszeit am Meer 

Hier finden Sie Kuriositäten aus der Silbermöwe

_______________________________________________________________________________


Seelenzeiten... 

"Apfelkuchenliturgie"... oder wie Gottes Nähe als Feinstaub auf Deinen Tagen liegt. - Eine analoge Lebenserfahrung.


 "Einen Apfeluchen backen mit Leib und Seele. Nicht einfach nur um des Backens willen, sondern wegen Dir selbst.

Weil die Tage rau sind und Dein Innen auch. Weil dein Körper Dir Signale gibt. Einen Apfelkuchen backen als ob Du damit eine Geschichte schreibst oder eine Liturgie zelebrierst. Eine Lebenskraft-Liturgie.

Die Eier mixt Du mit dem Mixer zu einem gelben Schaum, der leicht in der Schüssel schwappt und Dich an Unbeschwertheit erinnert und an Unschweres.

Die weiche Butter gibst Du dazu und Zucker. Süße und Kraft rührst Du ein in den Teig und in Dein Leben. Dein Leben ist es so sehr wert, Süße zu haben in diesen Tagen und nicht nur Schwere und Frustrierendes. Sondern Erbarmen. Aber eine Süße mit Kraft, darum gibst Du noch eine Prise Salz dazu.

Dir kommt das komisch vor, beim Backen zu philosophieren, aber gerade  haben nur Deine Hände zu tun und Dein Kopf darf frei spazieren, mal nicht in engen Aufgabentunneln. Beim Kuchenbacken darf Dein Kopf heute schaukeln.

Milch gibst Du hinzu und ein ganzes Päckchen Vanillepudding. Das ist Kindheitsstoff von der guten Art. Zum Seufzen.

Damit Dein Kuchen handfest wird und nahrhaft, gibst Du noch Mehl hinein und etwas Backpulver. Es wird kein Schwarzbrot daraus werden, aber eine andere Art von guter Nahrung.

Kuchenbacken und Kuchenessen ist wie Extrazeit und Zugabe. Das braucht Dein Leben neben allem Sinnvollen und allen Pflichten. Extra etwas für Dich. Seelenzeiten. Obendraufzeit zum Ausschaukeln. Darum lässt Du den Mixer diese kleinen Wellen schlagen, bis der Teig aussieht wie ein fernes, gutes, hellgelbes Meer.

Und natürlich die Äpfel. In kleinen Scheiben mischen sie sich mit dem Teig...soviel Du Lust hast. Sauersüße saftige Früchte. Eine Hommage an Apfelkuchenzeiten. Und Du merkst, dass er jetzt kommen darf. Mit seinen erdigen süßen Gerüchen und allem Wandel. Alles darf kommen und alle dürfen kommen. Es gibt ja Apfelkuchen.

Jetzt darfst Du sitzen und warten, während der Kuchen im Backofen bäckt und wärmt und bräunt und immer stärker duftet.

Vielleicht stäubst Du am Ende noch Puderzucker darüber. Genauso legt sich Gottes Segen wie Feinstaub auf Deine Tage.

"Apfelkuchenliturgie" ist eine der vielen tiefen Momente, in denen durch "Alltagshimmelslöcher" eben jener Segensstaub auf Dein Leben fällt. 

Das Lebensmehr dankbar spüren. Apfelkuchengloria."

(Text abgewandelt entnommen aus: evangelisch.de)






_____________________________________________________________________________




Ein kabarettistisches Nachspiel

Pächter suchen eine Auszeit am Meer – oder:  Pinocchio im wahren Leben                                  (kein) Kabarett mit Aufführung auf unserer Bühne  -  

Ein  Pächter bewirbt sich um die Übernahme einer Gaststätte am Meer. Sehr freundlich, auf alle Vorgaben eingehend, die Abende in von selbst laufende Pizza-Abende zu verwandeln, den Winter zum Pizza-Winter für die gesamte Region zu erklären. Er selber sucht nicht für sich, sondern für seine Partnerin, da er selbst sich bereits bestens mit der deutschen Gerichtsbarkeit auskennt.  Die Wirtsleute hoch erfreut über solche Pächtervisionen, gehen darauf ein. Das Versprechen des Pächters, die Kaution komme nächste Woche ohne Probleme, er habe Geld an jeder Ecke zu bekommen. Die Wirtsleute kennen noch nicht die tückische Willkommensstruktur des deutschen Mietrechts. Auch für Bürger ohne deutsche Sprachkenntnisse kein Problem an eine deutsche Gaststättenkonzession heranzukommen.

Dann folgt der Lehrgang zum deutschen Mietrecht bezüglich Pachtverhältnisse für die Wirtsleute. Grundsätzlich müssen Verpächter damit rechnen, dass der Pächter nicht zahlt, die Gasträume nicht räumt, obwohl die Konzession zwischenzeitlich entzogen wurde, daher für ihn nicht gebrauchsfähig sind, dem Verpächter für solche Fälle eine finanzielle Vorsorge zu treffen anzuraten sei.

Dann folgen Pfändungen und Räumungsklage. Der Pächter, hochwillkommen im deutschen Pachtrecht, erhält mehrmals Fristen jeweils zwischen zwei und vier Wochen. Er soll ja ausgiebig Zeit für seine Auszeit am Meer erhalten. Nachdem der Pächter ausgiebig seine Auszeit genossen hat, räumt er seine kostengünstig genutzten Gewerberäume und verschwindet in die nächste Pachtgelegenheit. Die Wirtsleute bedanken sich bei ihm für die Räumung vor Klageurteil und machen einen tiefen Diener vor ihm. Schließlich lässt er die Wirtsleute wieder in ihr Eigentum, nachdem  er das (Un)-Recht für sich kostenlos nutzen durfte – mit Duldung der Gerichtsbarkeit!

Justitia hatte noch keinen Termin beim Augenarzt bekommen. Inzwischen ist sie erblindet.

Und dann zeigt er, der ehemalige Pächter seinem ehemaligen Verpächter und allen anderen Schuldnern - seinen jetzigen und seinen zukünftigen - eine laaaange Nase: Pinocchio,  der brav sein will,  es aber nicht schafft, es vielleicht auch nicht schaffen will. Er gerät von einem Schlamassel in den nächsten - unter die Räuber und wird selbst einer von ihnen, zu einem Pinocchio, einem Lügner, einem patentierten Lügner. Er weiß, wie er auf Kosten Anderer  durchs Leben kommt.                   

Pinocchio im wahren Leben in seinem neuen Pachtobjekt!




 








E-Mail
Anruf
Karte
Infos